Der Zugang zu Medikamenten und die Rolle der Zivilgesellschaft am Beispiel Thailand
Ein Beitrag von Lena Tophoff
In dem Artikel ’The role of civil society in protecting public health over commercial interests: lessons from Thailand’ wird ein Grundsatzurteil aus Thailand diskutiert, wo zwei HIV-positive Patienten mit Unterstützung verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen erfolgreich einen multinationalen pharmazeutischen Hersteller wegen des eingeschränkten Zugangs zu einem Präparat zur Behandlung von HIV/AIDS verklagt haben. Die Autoren erläutern die Entwicklungen, Hintergründe und Zusammenhänge des thailändischen Beispiels anhand von Interviews und einzelner Artikel.
Im Oktober 2002 urteilte der ’Thai Central Intellectual Property and International Trade Court’ mit dem Urteil ’Didanosin Patent gegen Brystol-Myers Squibb’, dass es aufgrund pharmazeutischer Patente und den damit verbundenen hohen Preisen für die Patienten zu einem eingeschränkten Zugang von Medikamenten kommen kann. In dem Artikel wird die Entstehung einer Opposition von zivilgesellschaftlichen Gruppen dargestellt, die mit Erfahrung und Sachkenntnis für die Rechte der Patienten eingetreten ist. Die Bemühungen der Koalition haben sich auf Didanosin konzentriert, einem essentiellen antiretroviralen Medikament (Behandlung mit einer Mehrfach-Medikamenten-Therapie), das in Thailand symbolisch für die Interessen von multinationalen Konzernen und Regierungen der Industriestaaten steht. (weiterlesen)
Dezember 21, 2005
Entwicklung ist eine Ware
Einige Ergebnisse der WTO-Ministerkonfernz in Hongkong
Ein Kommentar von Luise Weiß
Dem gegenüber standen tausende Demonstranten, unter ihnen Kleinbauern, Sexarbeiterinnen, Dienstmädchen, Fischer und NGO-Aktivisten. Entlang der verbarrikadierten Geschäfte zogen immer wieder Demonstrationszüge, deren Trommeln weit hörbar waren. Auf den Plakaten stand: „For Food Sovereignty, WTO out of Agriculture”, „WTO kills farmers”, „Down! Down! WTO!”, „Junk the WTO”, „Woman say: No To WTO”, „Economic Justice”, „WTO = Global Discrimination”, „WTO! Don´t Cheat Poor and Developing Countries!!, Justice for All!!”, „People of the World, Unite! Stop Neoliberalism Now!” und sie forderten in Sprechchören immer wieder „No No WTO”. (weiterlesen)
Dezember 19, 2005
Die Power Politics in der WTO: Ein Blick in den Verhandlungswerkzeugkasten der „Großen“
Ein Kommentar von Adrian Huppertz
[Dieser Text basiert zum großen Teil auf Berichten aus Aileen Kwas „Power Politics in the WTO“]
Außerdem sei das System inklusiv, d.h. jedes Mitglied könne an allen Gesprächen und Entscheidungen teilnehmen und sie mitgestalten.
“The WTO system is built upon the rule of law and respect for the sovereign equality of nations. Ultimately, it is an open, rules-based multilateral trading system, built on democratic values. It is the most democratic international body in existence today…The transparency and inclusiveness - which is to say the ‘legitimacy’ of the process helps to explain why Member governments are more prepared and more willing to reach agreement when they gathered in Doha.. (…) Each and every one of the WTO’s rules is negotiated by member governments and agreed by consensus.”
(Mike Moore, Ex-Director General)
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Wie ist die Ministererklärung von Hong Kong einzuschätzen?
Ein Kommentar von Oliver Pye
In letzter Sekunde, nach nächtelangen Verhandlungen und Druck auf Länder, die sich gegen einen Konsens stellten, hat die Ministerkonferenz doch noch eine Erklärung verabschiedet, die von allen beteiligten Ländern angenommen wurde. Laut WTO ist damit die Doha Entwicklungsrunde wieder “back on track”. Ein Erfolg für die Liberalisierung also? (weiterlesen)
Dezember 18, 2005
Platzt Hong Kong, oder geht die Luft nur langsam aus?
Ein Beitrag von Oliver Pye
Es bleibt bis zum Ende sehr sehr spannend! Heute Morgen auf den inside/outside Treffen haben wir uns zwar v.a. mit der Situation der Hunderten von Verhafteten beschäftigt und versucht, eine Reaktion zu formulieren. Es gab aber auch Neues von der Konferenz. Während 900 die ganze Nacht eine Sitzblockade durchhielten (siehe Sina’s Bericht), haben die mächtigsten Länder in der WTO im Green Room Dauerverhandlungen abgehalten. Diese gingen die ganze Nacht, bis neun Uhr, wo eine Pause eingelegt wurde. (weiterlesen)
Dezember 14, 2005
Fordern und Nehmen, aber nichts Geben
Die EU-Verhandlungsstrategie in Hongkong
Ein Kommentar von Luise Weiß
…und was passiert nun in Hongkong?
Ein Kommentar von Rebecca Schweisshelm
Umdeklarieren ist „in”
Ein Kommentar von Luise Weiß
Dezember 13, 2005
Landwirtschaft: Wirtschaftszweig vs. Lebensgrundlage
Der zerstörerische Einfluss des Welthandels auf kleinbäuerliche Strukturen weltweit
Ein Kommentar von Luise Weiß